Mit Kindesmisshandlung in Familien sind einmal jene situativen physischen und psychischen Gewalthandlungen gegen Kinder gemeint, die entweder körperliche Verletzungen oder sogar den Tod zu Folge haben oder/und im Kinde existenzbedrohende Angstgefühle hervorrufen; von „familiengeschichtlicher Kindesmisshandlung sprechen wir dann, wenn die Eltern dem Kind dauerhaft eher ablehnend gegenüberstehen und damit ein Familienklima erzeugen, in dem sich das Kind nicht mehr menschenwürdig entfalten kann. Kindesvernachlässigung gilt als eine weitere Form der Kindesmisshandlung; auch sie kann den Tod von Kindern, z.B. durch Verhungern, zur Folge haben. Zwar ist die psychische Vernachlässigung die weitaus häufigste Form der Kindesvernachlässigung, allerdings oftmals unmittelbar kaum sichtbar.
Sexueller Missbrauch ist immer dann gegeben, wenn ein Mädchen oder Junge von einem Erwachsenen oder älteren Jugendlichen als Objekt der eigenen sexuellen Bedürfnisse benutzt wird (Enders)
Der sexuelle Missbrauch von Kindern in Familien stellt ein besonderes Problem dar, da hier die Dunkelziffer überaus groß ist. Dies ist u.a. darauf zurückzuführen, dass die Betroffenen insbesondere aus Angst, den Familienverband und –status zu gefährden, schweigen. Die psychischen Folgewirkungen (Langzeitfolgen) sind in der Regel erheblich. Sieht man von den sogenannten eindeutigen Fällen ab, ist es meist schwierig, sexuelle Kindesmisshandlung im Frühstadium zu erkennen und so zu definieren, dass sich die gewünschte elterliche Liebe und Zuneigung von missbräuchlichem Handeln abgrenzen lässt.